Rückblick, Ausblick, Ehrungen standen im Mittelpunkt
Am 29. Mai 2026 fand der jährliche Jahresempfang der Gemeinde Algermissen statt. Zum vierten Mal wurde am Tag vor dem Gänserock-Festival auf dem Gelände des Freizeitparks Alpe gefeiert. Bei zunächst herrlichem Wetter konnte Bürgermeister Frank-Thomas Schmidt rund 200 Gäste begrüßen. Zum Empfang geladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und den örtlichen Vereinen und Verbänden. Der Empfang stand aber – wie in den vergangenen Jahren – auch für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Algermissen offen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit zwei Stücken des jungen Saxophonisten Leonard Patratev aus Algermissen. Mit seinen Interpretationen von „Happy“ und „I feel good“ traf er sehr gut die Stimmung des Publikums. Leonard hatte die Gemeinde Algermissen hervorragend im Wettbewerb „hört!hört!“ vertreten und auch dort großen Applaus geerntet. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung konnte Leonard mit weiteren Stücken die Anwesenden begeistern.
Zu Beginn der Veranstaltung ehrte Bürgermeister Schmidt einige Personen für ihr soziales Engagement und ihre sportlichen Erfolge (siehe gesonderter Beitrag). Anschließend ging er auf die schwierige finanzielle Lage der Kommunen in Deutschland, so auch der Gemeinde Algermissen, ein. Dabei erwähnte er die kurz vorher veröffentlichte aktuelle Steuerschätzung, nach der die Kommunen mit weiteren Einnahmeausfällen zu rechnen hätten. Er zitierte den Präsidenten des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Herrn Dr. Marco Trips, mit den Worten, dass die Situation der Kommunen dramatisch schlecht sei und so historisch in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie dagewesen sei.
Er verwies darauf, dass die „große Politik“ sich schwer damit tue, Einschränkungen vorzunehmen und gab zu, dass dies auch ihm selbst und auch den Mitgliedern des Gemeinderates nicht leicht falle. So sei es zum Beispiel schwierig, die in der Gemeinde Algermissen etablierten hohen Standards der Kindertagesbetreuung zu halten, die hohen Standards und berechtigten Wünsche beim Bau der neuen Feuerwehrhäuser zu berücksichtigen oder die Pflege der Grünanlagen auf einem angemessenen Niveau zu halten. Auch die beabsichtigte Beteiligung der sporttreibenden Vereine an den sportbedingten Kosten stoße verständlicherweise dort nicht auf uneingeschränkte Gegenliebe.
Bürgermeister Schmidt berichtete über geplante oder bereits durchgeführte Baumaßnahmen, so zum Beispiel den Neubau der Feuerwehrhäuser in Lühnde und Algermissen, sowie den An- und Umbau für das Feuerwehrhaus in Groß Lobke unter Berücksichtigung eines Dorfgemeinschaftsanteils und eines Jugendraumes.
Er wies auf vielfältige Baumaßnahmen hin. Zuletzt nannte er noch die Erneuerung des Bauhofs der Gemeinde Algermissen. Hierzu werde man im Herbst die Planung konkretisieren.
Das Thema „Entwicklung der Gemeinde“ benannte Bürgermeister Schmidt als die wichtigste Aufgabe einer Gemeinde. Der Rat der Gemeinde Algermissen beschäftige sich seit einiger Zeit mit der Überarbeitung des sogenannten Gemeindeentwicklungskonzeptes. Dieses stamme aus dem Jahr 2014 und werde in diesem Sommer in seiner Überarbeitung beschlossen werden.
Wichtig für die Entwicklung einer Gemeinde sei ein gutes, ausreichendes Angebot von Wohnraum. Er freue sich darüber, dass nunmehr endlich der 1. Spatenstich für das Baugebiet „Algermissen-Ost“ in der Ortschaft Algermissen vollzogen werden konnte. Auch der Bereich „Neue Mitte“ in der Ortschaft Algermissen werde ab Anfang nächsten Jahres bebaut werden. Derzeit würden die Bauantragsunterlagen erarbeitet. Mit einer Baugenehmigung und damit verbundenem Baubeginn dann für Anfang des Jahres 2027 zu rechnen.
Anschließend werde die Gemeinde die Gebiete „Rahmbeek“ in der Ortschaft Algermissen und „Maschwiesen“ in der Ortschaft Groß Lobke versuchen zu entwickeln. Hier seien jedoch noch weitere Gespräche erforderlich. Die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Zuckerfabrik in der Ortschaft Algermissen bezeichnete Bürgermeister Schmidt als den „größten Brocken“ der Gemeindeentwicklung. Hier versuche er zurzeit potentielle Investoren und den Eigentümer zusammenzubringen.
Das Thema „Erneuerbare Energien“ war ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede. Er machte deutlich, dass der menschgemachte Klimawandel nicht infrage stehe und er selbst zum Ausbau erneuerbarer Energien stehe. Er verwies auf die drei Gebiete, für die von der Gemeinde Algermissen beabsichtigt sei, Windenergieanlagen zuzulassen. Dabei erläuterte Bürgermeister Schmidt neben den ökologischen Aspekten auch die ökonomische Sicht für die Gemeinde Algermissen. Die Gemeinden hätten jetzt zum ersten Mal die Möglichkeit, mit der Energieerzeugung direkt Geld zu verdienen, was im Hinblick auf die katastrophale finanzielle Lage der Kommunen ein wichtiger Gesichtspunkt sei.
Zum Thema „Ganztagsschulen“ machte Bürgermeister Schmidt deutlich, dass Entscheidungen hierzu in der Gemeinde Algermissen in guter Gesprächsatmosphäre und deutlichem Konsens getroffen würden. Die beiden Grundschulen der Gemeinde Algermissen werden im Sommer 2027 offene Ganztagsschulen.
Bezugnehmend auf das 10jährige Jubiläum des Interkulturellen Cafés erklärte Bürgermeister Schmidt, dass in der Gemeinde Algermissen zwar nicht über die großen Linien der Zuwanderungspolitik entschieden werde, man hier aber alle Menschen willkommen heiße, darauf sei er stolz.
Weitere Themen waren das gegründete Wirtschaftsnetzwerk sowie die Zusammenarbeit mit den Kommunen Sehnde, Hohenhameln und Harsum in der LEADER-Börderegion.
Abschließend appellierte Bürgermeister Schmidt an die Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv einzubringen, insbesondere an den Kommunalwahlen am 13.09. diesen Jahres teilzunehmen und sich über die Kandidierenden schlau zu machen. „Demokratie sei anstrengend“ zitierte er den Pastor der Evangelischen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land, Yorick Schulz-Wackerbarth, aber es lohne sich. Dabei schloss er mit den Worten „Die Demokratie war aus meiner Sicht in der Welt aber auch bei uns noch nie so in Gefahr wie jetzt gerade. Für mich ist die Demokratie die beste Staatsform. Wir dürfen sie uns nicht wegnehmen lassen.“
Im Anschluss an den offiziellen Teil verbrachten die Gäste auf dem Gelände des Freizeitparks noch einige Zeit mit anregenden Gesprächen. Dabei wurden sie mit kühlen Getränken, ausgeschenkt von der Faustball-Abteilung des Turnvereins Eintracht Algermissen, und leckerem Gegrillten, zubereitet von der Ortsfeuerwehr Bledeln, verwöhnt.
Leider spielte das Wetter dann doch nicht mehr so lange mit, und viele Gäste verließen bei einsetzendem Regen das Gelände.
Die Mitglieder des Teams „Reparatur-Café Algermissen“ wurden für ihr soziales Engagement für die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Algermissen und dem mit ihrer Tätigkeit verbundenen positiven Nachhaltigkeitsgedanken geehrt.
Auch Herr Thomas Kramm erhielt für sein mehr als 27 Jahre währendes soziales Engagement als 1. Vorsitzender der SSG Algermissen e.V., in der er die Entwicklung des Vereins in maßgeblicher Weise gestaltete und mitbestimmte, eine Urkunde der Gemeinde Algermissen.
Die Urkunde für Herrn Ulrich Heuer, der als langjähriger 1. Vorsitzender des TV Eintracht Algermissen e.V. in Abwesenheit geehrt wurde, konnte ihm nachträglich überreicht werden. Ebenfalls vom TV Eintracht Algermissen e.V. erhielt Herr Gerhard Voges als besonders engagiertes Vereinsmitglied für seinen Einsatz in diversen Turnabteilungen die Auszeichnung der Gemeinde Algermissen.
Das Ehepaar Ute und Götz Göttsche wurde für ihr außergewöhnlich hohes, umfangreiches und langjähriges Engagement zum Wohle der Menschen in ihrer Kirchengemeinde auf die Bühne gebeten.
Die diesjährig letzte soziale Ehrung wurde den gemeindefremden Herren Mario Graf und Khalid Abdiqadir zuteil, die für ihr umgehendes und beherztes Eingreifen beim Löschen eines Heckenbrandes in Algermissen, auf den sie zufällig als Erste mit dem Spülwagen ihres Arbeitgebers zukamen, geehrt wurden. Da die Herren eine längere Anreise gehabt hätten, hatten sie ihre Teilnahme am Jahresempfang vorher abgesagt und erhielten ihre Auszeichnungen nachträglich.
Bei den sportlichen Ehrungen errang Bernward Engelke durch seine hervorragenden sportlichen Leistungen im Jahre 2025, darunter allein sechs Siege bei der European AJA Championship in den Niederlanden mit den Pferden „Quizduell“ und „Vincent Red“, den Status einer Goldmedaille. Diese kann man allerdings – wie alle Sportmedaillen - in der Gemeinde Algermissen nur einmalig verliehen bekommen.
Bei den Leichtathletik-Bezirksmeisterschaften in 2025 gab es gleich mehrere Gewinner:
Frau Nicole Schneider als Leichtathletik-Bezirksmeisterin in der Disziplin Kugelstoßen (W40) und Herr Ralf Gaus als Leichtathletik-Bezirksmeister in der Disziplin Kugelstoßen (M40) haben beide zum wiederholten Mal den Status einer Bronze-Medaille der Gemeinde Algermissen erreicht. Da beide Sportbegeisterte die Bronze-Medaille aber bereits ein Jahr zuvor für ihre in 2024 erbrachten Leistungen verliehen bekommen hatten, freuten sie sich über ihre Urkunden.
Etwas anders verhielt es sich bei dem Leichtathletik-Bezirksmeister in den Disziplinen 800-m-Lauf sowie 5.000-m-Lauf (M30), Herrn Tobias Krug, der zwar im Jahr 2022 bereits die Silber-Medaille verliehen bekam, in diesem Jahr aber auch noch die Bronze-Medaille überreicht bekommen konnte.
Alle Geehrten erhielten großen Beifall für Ihre Leistungen.
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