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Kita - alles klar

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Algermissen,

wir möchten Sie in den folgenden Monaten, auf humorvolle Art und Weise, über unseren Arbeitsalltag informieren. Warum? Weil wir aufklären wollen, anregen wollen, anstoßen wollen. Über die wundervollste Arbeit die es gibt und über die Hürden, die ein veraltetes Kita-Gesetz uns entgegenstellt. Eine genauere Auseinandersetzung damit folgt in einem späteren Bericht.

In Kürze: Das Gesetz gibt es seit den Neunziger Jahren. Das war zu einer Zeit, als es überwiegend Halbtagsgruppen gab. Geregelt sind hier Mindeststandards für die Arbeit in Kindertagesstätten, Krippen und Horten, wie z.B. Personal, Vorbereitungszeiten für das pädagogische Personal, Freistellungen für Leitungen Finanzierung, Größe der Einrichtungen und Räume usw. Die Gemeinde Algermissen hat seit längerem erkannt, dass diese Standards veraltet sind und für die Einrichtungen verschiedene Verbesserungen umgesetzt. So haben wir z.B. mehr Vorbereitungszeiten in den Ganztagsgruppen, die Leitungen mehr Leitungsfreistunden und in jeder Einrichtung eine Vertretungskraft.

Trotz dieser Verbesserungen kommt es noch immer zu folgenden Situationen:

Ein ganz normaler Tag!?

Wir, zwei Kita-Leitungen, möchten Ihnen heute von unserem Arbeitsalltag berichten.

Im Vorfeld möchten wir allerdings einiges klarstellen:

Nehmen Sie diesen Artikel mit Humor, fangen Sie bitte nicht an zu weinen und: WIR LIEBEN UNSEREN JOB! 

Warum wir unseren Job lieben? Wir arbeiten sehr gerne mit „unseren“ Kindern und Eltern zusammen. Wir lieben die Abwechslung unseres Berufes. Dass kein Tag ist wie der andere ist. Und wir arbeiten sehr gerne mit unseren Mitarbeiterinnen zusammen, da sich jede einzelne von Ihnen sehr für die Kinder engagiert. Deswegen mal gleich zu Anfang ein dickes Lob und ein riesiges Dankeschön an jede einzelne Mitarbeiterin/ Mitarbeiter und dazu gehören natürlich auch unsere „Küchenfeen“ und Reinigungskräfte.

Aber nun zu unserem eigentlichen Anliegen:

Die Bedingungen bei uns sind recht unterschiedlich. Eine von uns ist (theoretisch) freigestellt vom Gruppendienst, da ihre Kita 4 Gruppen umfasst. Die andere hat eine zweigruppige Einrichtung und hat 15 Leitungsfreistunden pro Woche, um ihre Einrichtung zu managen. Beide geben von ihrer Leitungszeit Stunden an ihre Stellvertretung.

Wir starten mal mit einem Montag. Die Dienstpläne für die Woche stehen seit zwei Wochen fest, wir mussten sie bis jetzt auch nur einmal ändern, da noch eine Mitarbeiterin kurzfristig Überstunden abbauen wollte. Es sind ja alle Mitarbeiter da, also kein Problem!

Wir kommen montags meist eine halbe Stunde vor Dienstbeginn, falls spontan noch etwas zu regeln ist.

Das Telefon klingelt.

Eine Mitarbeiterin muss sich leider krankmelden. Es ist ihr sehr unangenehm und sie entschuldigt sich mehrfach. Warum eigentlich? Wer krank ist, muss zuhause bleiben und braucht sich dafür bestimmt nicht zu entschuldigen. Wir sagen der Mitarbeiterin also: „Alles ok. Wir kriegen das natürlich hin.“ Damit diese entspannt gesundwerden kann. Jetzt heißt es für uns: UMPLANEN. Die Vertretungskraft ist schon eingeplant, die kann die erkrankte Kollegin also nicht ersetzen. Die anderen Kitas können momentan auch nicht aushelfen, obwohl sie das gerne tun.

Also:

  • Wer hat noch nicht so viele Überstunden?
  • Bei den Kolleginnen anfragen, wer Frühdienste übernimmt oder länger bleiben kann.
  • Vorbereitungszeiten? Schwierig, wenn zwei Leute fehlen. Aber Kollegin X hat ein Elterngespräch, sie braucht noch Zeit zum Vorbereiten. Bei Kollegin Y ist letzte Woche schon die Vorbereitungszeit ausgefallen, weil sie vertreten hat.

Haare raufen am frühen Morgen. Gut, da müssen alle ran. Auch die Leitung. Der Dienstplan wird angepasst, Vorbereitungszeiten und Leitungsfreistunden zugunsten des Gruppendienstes verkürzt und Überstunden eingeplant.

Leitung A plant für sich gleich ganze Tage in der Gruppe ein. Leitung B übernimmt Pausenvertretungen an ihren zwei Leitungstagen und deckt gegebenenfalls noch andere Engpässe ab. Sollte sich noch jemand krankmelden, ist die Bürozeit bei beiden diese Woche gestrichen und auch die Vorbereitungszeiten der Mitarbeiterinnen. Der Gruppendienst hat oberste Priorität. Also bleibt alles andere liegen.

Klingeling… das Telefon…

Wir sind nun nur zu viert, zwei in jeder Gruppe. Der Dienstplan wird angepasst.

Driiing… es klingelt an der Tür

Ein Handwerker steht spontan an der Tür… „Guten Tag. Was möchten Sie?“ „Ich habe heute hier einen Termin zur Heizungskontrolle.“ „Ach ja?“ Leitung denkt: „Warum weiß ich davon nichts?“, lächelt und nimmt den Handwerker mit. Eigentlich steht Gruppendienst auf dem Plan!

Das Telefon klingelt

Eine Vertreterin will etwas verkaufen. Die wollen immer die Leitung sprechen. Jetzt heißt es: Kreativ werden, um sie schnell los zu werden. Gelingt nach gefühlten 10 Minuten!

Driiing….

Das Gesundheitsamt mit seiner jährlichen Kontrolle. Leitung lächelt freundlich und führt das Gesundheitsamt durch die Einrichtung, zeigt die notwendigen Listen, die tagtäglich ordnungsgemäß von den Mitarbeiterinnen geführt werden. Wenigstens ist alles in Ordnung.

Zur Erinnerung: Gruppendienst steht eigentlich auf dem Plan.

Zurück in der Gruppe: Die Kollegin erscheint tiefenentspannt, allerdings hat sich ein Kind in die Hosen gemacht, der Boden muss gereinigt und desinfiziert werden, zwei Kinder haben sich gerade gestritten, wovon eines weint. Ein weiteres Kind wollte ausprobieren wie es ist, mit geschlossenen Augen durch die Gruppe zu gehen und hat sich den Kopf gestoßen. Die Gruppenkollegin ist weiterhin bemerkenswert ruhig. Dann sortieren wir jetzt sekundenschnell die Prioritäten und unterstützen die Kinder eines nach dem anderen.

Es ist übrigens gerade einmal 09:15 Uhr.

Den restlichen Tag, gibt es aufbauende Worte für alle, das Telefon steht allerdings nicht still und wer glaubt uns kommt den ganzen Tag keiner besuchen…Fehlanzeige! Pausenvertretung? Vorbereitungszeit? Geht nicht wie geplant, es ist ja keiner mehr da zum vertreten. Das heißt, wie überall auch, alles, was nicht zwingend notwendig ist bleibt liegen. Denn die Kinder haben Vorrang. Alles andere, wie Gesprächstermine und die Vorbereitungen, Projektvorbereitungen, Dokumentationen, Besprechungen usw. müssen abgesagt werden oder liegen bleiben. Leider!

Nach 8 Stunden heißt es nun Feierabend…oder doch nicht?

Auf dem Weg nach Hause im Auto…“Habe ich eigentlich…

  • …die Dienstpläne geschrieben?
  • …mich beim Fachbereichsleiter gemeldet? Morgen sind 5 Bewerbungsgespräche…
  • …den Handwerker wieder aus dem Heizungskeller gelassen?
  • …die Elterngespräche geplant?
  • …allen Eltern beim Abholen ein kurzes Feedback gegeben?
  • …die Beobachtungsbögen fertig geschrieben?
  • …Essen für morgen bestellt?
  • …die Tür abgeschlossen?“ …

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