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Vorlage - 041/2011  

Betreff: Zukünftige Struktur des Bauhofes der Gemeinde Algermissen
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilung
Verfasser:Wolfgang Moegerle
Federführend:Bürgermeister Beteiligt:Fachbereich IV - Bauen und Sport
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss Kenntnisnahme
Finanzausschuss Kenntnisnahme
12.12.2011 
1. Sitzung des Finanzausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Allgemeines

Allgemeines

 

Der Bauhof der Gemeinde Algermissen ist die kommunale Organisationseinheit, die im Gemeindegebiet eine ganze Reihe von regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben und Dienstleistungen (ca. 70 %) und eine ständig wechselnde Anzahl von „Sonderaufgaben“ (ca. 30 %) durchführt.

 

Der vorhandene Aufgabenbestand ist im Laufe der Jahre kontinuierlich gestiegen und steigt trotz des Abbaues einiger Aufgabenbereiche immer noch. Jedes neue Wohngebiet, jede neue Straße, jede neue öffentliche Einrichtung, jedes neu angelegte Beet oder jeder neue Mülleimer bedeutet zusätzliche Arbeit.

 

Gerade die sich drastisch verschlechternde Personalstruktur, die im weiteren dargestellt ist, macht es notwendig, Struktur und Arbeitsorganisation des gemeindlichen Bauhofes auf den Prüfstand zu stellen. Hausintern hat es bereits zwei Workshops und eine große Anzahl weiterer Gespräche gegeben, um mit den Beteiligten gemeinsam zu Verbesserungen der Abläufe zu kommen.

 

Dabei sei klargestellt:

 

Die grundsätzliche Notwendigkeit eines Bauhofes in einer Gemeinde unserer Größenordnung wird nicht in Frage gestellt. Er gewährleistet ein hohes Maß an Flexibilität für die Bürgerfreundlichkeit in unserer Gemeinde. Zudem gibt es einen unverzichtbaren Aufgabenanteil von ad hoc zu erbringenden Leistungen, die unverzüglich, z.B. wegen Gefahr im Verzug, zu erledigen sind.

 

Klar ist aber auch, wir werden im Bereich des Bauhofes mehr Geld ausgeben müssen, da zunehmend Vergaben an Fremdfirmen erfolgen. Dies gilt nur dann nicht, wenn eine klare Streichung von Aufgaben und Zuständigkeiten oder die Absenkung von Standards erfolgt.

 

Gleichzeitig müssen wir für die Zukunft mehrere Ziele erreichen:

  • Erhöhung der Effizienz durch Verbesserung der Arbeits- und Ablauforganisation
  • Konzentration auf die Kernaufgaben
  • Transparente Kosten- und Leistungsrechnung

 

 

1. Die Ablauforganisation wird verbessert

 

In der bisherigen Ablauforganisation laufen Aufträge an den Bauhof direkt vom Bürgermeister, dem Fachbereich IV, den Leiterinnen der Kindertagesstätten bzw. auch von den Ortsbürgermeistern oder sogar einzelnen Ratsmitgliedern. Die Umsetzung ist keiner nachvollziehbaren Priorisierung unterworfen.

 

Dieses Vorgehen bindet erhebliche Arbeitszeiten in ineffektiven Fahrtzeiten und erschwert/verhindert ein vernünftiges prioritäres Abarbeiten von Aufträgen.

 

Als Vorstufe zur Einführung einer im Rahmen der Doppik erforderlichen Kosten- und Leistungsrechnung erstellen die Mitarbeiter bereits seit einigen Jahren Monatszettel als Arbeitsnachweis , um die Zuordnung der Bauhofkosten auf hausinterne Bereiche zu ermöglichen.

 

Zukünftig gilt: „Keine Leistung ohne Auftrag!“

 

Künftig wird eine Aufteilung in Daueraufträge und Einzelaufträge vorgenommen. Alle „Bestellungen“ von Einzelaufträgen erfolgen über Herrn Baumert mit „Dringlichkeitsstufen“. Gleichzeitig wird die Eigenverantwortung bei Aufträgen erhöht und eine bessere Zuschreibung von verursachten Kosten im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung vorgenommen.

 

Dazu ist eine moderne IT-Infrastruktur mit automatisiertem Auftragswesen für einen leistungsfähigen Dienstleistungsbetrieb aufgrund der Anforderungen einer Kosten- und Leistungsrechnung unerlässlich. Dazu gehört auch die Anbindung an die Verwaltung. Der Hausmeister soll mobil an das Rathaus angebunden werden.

 

Es wird zur Zeit geprüft, ob eine für die Belange der Gemeinde Algermissen geeignete Bauhof-Software auf dem Markt verfügbar ist.

 

 

2. Die im Stellenplan vorgesehene 5. Stelle des Bauhofes wird schnellstmöglich besetzt.

 

Lt Stellenplan der Gemeinde Algermissen ist der Bauhof mit 5 Stellen besetzt. Da seit vielen Jahren eine wechselnde Anzahl von ABM, Arbeitsgelegenheiten u.s.w. (zeitweilig bis zu 15 Personen) zugewiesen wurden sind seit April 2006 nur 4 Stellen besetzt. Dazu kamen 2 Jahresprojekte ´Licence to Job´.

 

Dadurch konnte viel erledigt werden, die Standards in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit haben sich deutlich nach oben verschoben.

 

Der Wirtschaftsaufschwung und die sinkenden Arbeitslosenzahlen bringen eine restriktive Haltung des Job Centers mit sich. Wir können kaum noch mit zusätzlichem Personal aus dem Bereich der geförderten Maßnahmen für Langzeitarbeitslose rechnen.

 

Darüber hinaus gibt es eine Vollzeit besetzte Hausmeisterstelle für die Unterhaltung aller öffentlichen Gebäude. Im Jahr 1997 wurde die zweite Hausmeisterstelle gestrichen. Die Urlaubs- und Krankheitsvertretung wird über einen Mitarbeiter des Bauhofes sichergestellt. Über mehrere Jahre war jeder Grundschule über das Job Center eine Hausmeisterhelfer-Stelle zugewiesen. Diese Stellen sind Ende 2010 ersatzlos entfallen.

 

Daher wird die 5. Stelle des Bauhofes kurzfristig mit einem Gärtner, vorzugsweise der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, wieder besetzt. Ggf. ist im nächsten Sommer über die Einstellung von Saisonarbeitskräften zu entscheiden.


3. Teilweise kommt es zu erhöhter Fremdvergabe von Leistungen

 

Für einige Aufgabenbereiche fehlen zur Zeit Personalkapazitäten. Daher wird es zu einem erhöhten Anteil an Fremdvergaben (möglichst an ortsansässige bzw. regional ansässige Firmen) kommen. Beispiele hierfür sind:

  • Pflegerische Baumschnittarbeiten
  • Jahreszeitlich bedingte Dachrinnenreinigung
  • Reparaturarbeiten in Bitumen
  • Pflasterarbeiten/Fußwegregulierungen

 

Hierbei wird angestrebt, Rahmenverträge mit den bauausführenden Firmen zu schließen.

 

 

4. Der Maschinenbestand wird grundsätzlich umgestellt

 

Ziel ist dabei, durch bessere Ausstattung eine höhere Effizienz zu erzielen. Wichtig ist, den Maschinenpark so umzurüsten, dass möglichst 1 Person eine Aufgabe allein abschließen kann

 

Hydrema Mehrzweckgerät Bagger, Bj. 1999

Das Gerät hat einen hohen aktuellen Investitionsbedarf (ca. 20.000 €) und wird daher veräußert. Zukünftig werden Baggeraufträge gesammelt und mit einem Mietgerät erledigt.

 

Großflächenmäher Kubota F 3060, Bj. 1997

Das Gerät hatte in den letzte Jahren einen sehr hohen Reparaturaufwand von durchschnittlich rund 3.900 €/Jahr. Derzeit ist das Gerät wieder defekt mit Kosten von rund 8.000 €. Daher ist das Gerät für 1.500 € veräußert worden. In den letzten Wochen wurden die Mäharbeiten mit einem Leihgerät erledigt.

 

Unimog U 110, Bj. 1995

Der Unimog wird lediglich zur Durchführung  des Winterdienstes und für Massentransporte eingesetzt. Daher wird das Fahrzeug veräußert.

 

Neu angeschafft werden sollen:

 

Hako Citymaster 12000 Comfort?

Das Multifunktionsgerät wird zukünftig für drei Aufgaben eingesetzt:

 

Winterdienst auf Fußwegen

Durch die schmale Spurbreite von 1,193 m kann das Gerät auf allen Fußwegen, die bisher vor allem mit handgeführtem Motorbesen und von Hand gereinigt werden, eingesetzt werden. Dadurch kommt es zu erheblichen Zeitersparnissen. Die bisherige Handlungsweise kann mangels Personal nicht mehr geleistet werden.

 

Einsatz als Großflächenrasenmäher

Wie bisher Kubota

 

Gossenreinigung

Das Gerät wird auch zur Reinigung der in unserer Zuständigkeit liegenden Gossen eingesetzt, die bisher per Hand durchgeführt wurde.

 

 

Da schon in diesem Winter zu wenig Personal für die Durchführung des Winterdienstes vorhanden ist, wird auf Fußwegen ein Leihgerät eingesetzt.


Traktor

Nach dem Verkauf des Unimog wird ein handelsüblicher Traktor angeschafft. Der Traktor soll im Winter zur Durchführung des Winterdienstes eingesetzt werden. Zu den anderen Jahreszeiten ersetzt der Trecker den Radlader, den Erdbohrer und wird für Massentransporte eingesetzt.

 

Die Kosten für die Neuanschaffungen belaufen sich auf rund 170.000 €, die im Haushaltsplan 2012 veranschlagt werden.

 

Kooperationen in der Maschinennutzung mit Nachbargemeinden sind bereits begonnen und sind systematisch zu vertiefen.

 

Leerfahrten sind bereits bei der Arbeitsplanung zu vermeiden. Dafür wird jedes Fahrzeug mit einer zu definierenden Grundausstattung an Werkzeug ausgestattet. Jedes Fahrzeug wird einem Mitarbeiter fest zugewiesen, der damit für den Zustand, Pflege, Wartung dieses Fahrzeuges verantwortlich zeichnet.

 

 

5. Der Aufgabenpool des Bauhofes wird „ausgelichtet“ bzw. die Aufgabenerledigung optimiert

 

Beispiele:

 

1.      Der Bauhof mäht Rasenflächen von insgesamt rund 105.000 m² in unterschiedlichen Intervallen (wöchentlich, 14-tägig, nach 4, 6, 8 Wochen sowie 2,3 oder 4 mal im Jahr ) Die einzelnen Flächen und ihre Mähzeiträume sind auf mögliche Verlängerungen hin neu zu untersuchen.

 

2.      Der Bauhof krautet Beetflächen von rund 4.800 m² nach Bedarf (und Leistungsfähigkeit). Diese Flächen sind sehr arbeitsintensiv und daher dringend zu reduzieren bzw. umzugestalten (Veränderung der Bepflanzung, Veränderung des „Beetinhaltes“: Kies mit Einzelstauden statt Komplettbepflanzung, Rasen statt Blumen, Testflächen für Kautschukfüllung in Beeten am Bahnhof, in denen Pflanzen wg der Fußgänger keine Chancen haben…). Erste Projekte (Beete Abzweig Bründeln, Sportgelände Süd, Bahnhof) sind bereits realisiert. Außerdem sind die Bemühungen, Privatpersonen in die Pflege einzubeziehen, zu intensivieren.

 

3.      Der Bauhof reinigt derzeit rund 8.000 m Gossen. Bei der Überprüfung der Längen und er rechtlichen Klärung von grundsätzlichen  Fragen mit Hilfe des Büros Dr. Grages hat sich herausgestellt, dass ein großer Teil davon (mindestens 30 %) nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde fällt, sondern von Alters her mit gereinigt wird. Diese Fälle sind in Zukunft abzustellen und die Reinigungspflicht wird wieder den eigentlich zuständigen Privatpersonen abverlangt.

 

4.      Pflege der  Regenrückhaltebecken im Auftrag des WV Peine wurde eingestellt und wird zukünftig durch andere Firmen erledigt..

 

5.      Jährliche Aufbereitung der Laufbahn der GS Lühnde wurde nach Abstimmung mit der Grundschule eingestellt. Eine Fremdvergabe war mit Kosten von 8.598 €/Jahr nicht gerechtfertigt.

 

6.      Die Reinigung von Abfallbehältern erfolgt grundsätzlich wöchentlich. Je nach Benutzungsgrad ist die Häufigkeit abzusenken.

 

7.      Die Entsorgung des Laubes im Herbst und die Nacharbeiten im Frühling binden jährlich erhebliche Arbeitszeiten. Im Jahr 2010 wurde ein motorbetriebener fahrzeuggestützter Laubsauger angeschafft, der zu deutlichen zeitlichen Entlastungen führt.

 

8.      Zukünftig werden wir erhebliche Anstrengungen zur erhöhten Einbindung der Bürgerinnen und Bürger unternehmen, beispielsweise mit einer Aktion zur Gewinnung von Beetpatenschaften.

 

9.      Zur Entlastung im Winterdienst haben wir im Herbst 2010 einen Landwirt aus Lühnde mit Schild, Streuer und Streugut ausgerüstet, der im Bedarfsfall mit seinem Traktor auf Stundenlohnbasis mit ausrückt.

 

 


 

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